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Flugbericht / Modelldaten    

Einleitung:

Mal ehrlich, wann war‘s das letzte mal, ich meine außer Nachts, richtig windstill? Und wer hat schon eine einigermaßen große Turnhalle zur Verfügung um darin normal Modellfliegen zu können? Im Wohnzimmer fliegen das wär‘s doch oder? Und so unwahrscheinlich ist das gar nicht. Seit geraumer Zeit werden von verschieden Firmen, für wenig Geld (natürlich im Vergleich) sogenannte Mikro Doppelrotor Helis angeboten. Nun bietet auch die Firma KAVAN einen solchen Hubschrauber, mit dem Namen Easy Copter V2, an. Bei diesen Hubschrauben oder Copter wird das Drehmoment nicht mit einem Heckrotor ausgeglichen, sondern durch einen zweiten „Hauptrotor“. Dies macht diese Copter sehr agil und Steuerbefehle kommen verzögerungsfrei.

Wie der Name „Easy Copter“ schon sagt, alles Easy – Einfach! Nicht nur, daß dieser Copter einfach zu fliegen ist, nein Easy ist auch, daß ich alles was ich zum Fliegen benötige, außer 8 Mignon Zellen für den Sender, im Kasten befindet.
 

 



Easy Copter V2
 
     

Baukasten Inhalt"

 
  Baukasteninhalt:

Na ja von „Baukasten“ kann nicht wirklich die Rede sein, denn zu bauen ist da nichts, eher ein paar Handgriffe um den Easy Copter in die Luft zu bekommen. Im Set enthalten ist der Easy Copter V2 mit kompletter Elektronik, der Sender, ein 220V Ladegerät welches für den enthaltenen Li-Po Antriebsakku wie auch für den die Senderakkus geeignet ist, wenn man diesen mit 8 Akku-Zellen ausstattet. Außerdem sind alle nötigen Kabel und Adapter enthalten. Der Li-Po Pack ist außerdem mit einem Balancer ausgestattet. Auf jeder Zelle befindet sich eine kleine Elektronik die „balanced“ und außerdem den Ladeprozeß überwacht. Darum darf man das Ladegerät auch nicht für „normale“ Li-Po Zellen verwenden. Das Pfiffige ist, daß man sich einen zusätzlichen Balancer spart und außerdem keinen Kabelsalat hat. Im Set ist außerdem ein Satz Ersatzrotorblätter enthalten – die man auch für die ersten Gehversuche benötigt, na ja zumindest ich!

Die beiliegende Anleitung ist in vier Sprachen, darunter auch deutsch, und gibt detailliert Anweisungen vom Aufbau und Justieren über Flugtraining bis hin zum Basiswissen und ist leicht verständlich.

 

     
Aufbau:

Auspacken und losfliegen... Na ja, nicht ganz. Zuerst muß die Paddelstange oben am Rotorkopf eingeklippt werden und mit dem Kugelkopf justiert werden damit der Spurlauf gleich groß ist. Wie das gemacht wird steht ausführlich in der Anleitung und ist ziemlich einfach. Wer will, und wer es ganz genau nimmt, kann auch noch über die Kugelkopfanlengkungen am unteren Steuerrotor seinen Copter trimmen und diesen auf absoluten „Stillstand“ ausgleichen. Hier kann man den Seitenflug und den Vor- Rückflug justieren, so daß man die Anlage nicht oder nur wenig Trimmen muß. Man verlängert oder verkürzt die Kugelgelenke solange bis der Copter weder nach links oder rechts driftet bzw. vor und zurück. Die Drehachse wird über den integrierten Gyro stabilisiert. Diesen kann man in seiner Sensibilität wie auch den Mittelpunkt einstellen.

Die Empfänger-Antenne ist im Auslieferzustand vorne in der Kabine eingerollt. Im Wohnzimmer funktioniert dies noch ganz gut, jedoch empfehle ich die Antenne auszurollen und nach hinten über den Ausleger zu verlegen. Am besten geht das mit ein wenig Tesa. Den Rest der Antenne läßt man einfach hinten herunter baumeln. Da ich nur indoor fliege habe ich meine Antenne gekürzt, wer auch draußen fliegen will, sollte dies nicht tun.
 

 
Paddelstange


Aufgebaut

 

     

Sender mit Ladebuchsen


Akku mit Halterung
  Ausgeliefert wird der EasyCopter V2 von KAVAN mit einem Mode 1 Sender, das heißt Gas ist auf der rechten Seite und Nicken auf der linken Seite. Ich persönlich fliege Mode 2, also den Gasknüppel auf der linken Seite. Nun Sender aufgeschraubt und umgebaut. Dazu muß man lediglich die Rastfeder des Gashebels und den Mittelsteller von der einen Seite auf die andere schrauben und die Stecker der beiden Potis auf dem Senderboard umstecken. Alles in allem in ca. 15 Min. erledigt. Hier hat KAVAN dem EasyCopter ein kleines Beiblatt spendiert, welches den Umbau beschreibt.

Nachdem alle Vorarbeiten beendet sind, heißt es den Akku laden. Den Akku einfach ca. 75 Minuten anhängen dann wird der Akku sicher mit 1 C geladen. Während der Akku am Laden war studierte ich ein wenig die Technik des Easy Copters.

Das Elektronik-Board besteht aus einem 4 in 1 Gerät, dem Empfänger, dem Gyro, den Mischer und zwei Regler. Der Empfänger verarbeitet die Befehle und steuert die Servos und die Regler an, wobei die Roll- und Nickbefehle durch den Mischer gehen und die Gierbefehle durch den Gyro, der dann zusätzlich noch die typische Gierbewegung eines Helicopters stabilisiert. Am Schluß stehen zwei 180er Motoren mit spezieller Wicklung, daß heißt also die Motoren nicht einfach durch „normale“ 180er Motoren austauschen sondern, wenn nötig, original Motoren verwenden. Die Motoren steuern unabhängig von einander die beiden Rotoren an. Wobei der vordere Motor für den Hauptrotor oben zuständig ist und der hintere für den Ausgleichs- bzw. Steuerrotor zuständig ist.
 

     
Fliegen:

Überall wird erzählt wie einfach diese Copter zu fliegen sind und daß jeder sofort damit fliegen kann. Nun ja, um es gleich vorweg zu nehmen, die Dinger sind schon einfach zu fliegen aber ein wenig Übung muß schon sein.

Ich selber bin vorher noch nie einen Helikopter geflogen sondern immer „nur“ Flächenmodelle und das hieß – umlernen! Beim ersten Start war ich ziemlich nervös und so waren die ersten Hüpfer mehr als bescheiden, aber das liegt wohl mehr daran, daß man nach dem ersten Kontakt mit einem Möbelstück oder Wand, zu viel Respekt bekommt. Hier kommt noch etwas anderes zum Tragen, nämlich die klappbaren Rotoren, dadurch wird nämlich verhindert, daß die Antriebswelle einen allzu großen Schock bekommt und außerdem werden auch die Rotorblätter geschont. Aber apropos Respekt – man sollte auf keinen Fall annehmen, auch wenn der Easy Copter klein ist, daß man es hier mit einem Spielzeug zu tun hat! Durch eigene Erfahrung mußte ich lernen, daß derartige Copter sehr wohl in der Lage sind einem Schnittwunden beizubringen. Also mein Rat, mit dem Easy Copter genauso sorgsam umgehen wie mit jedem anderen Fluggerät.

Zurück zum Fliegen! Nachdem ich dann den Mut hatte einfach abzuheben, statt nur rum zu eiern, ging eigentlich alles recht „einfach“ und die Nervosität war schnell verschwunden. Klar heißt es dann üben, aber der Easy Copter liegt wirklich fast wie angenagelt in der Luft, vorausgesetzt natürlich man hat seinen Copter gut getrimmt, wenn nötig auch die Steuerblätter.
Was der Easy Copter gar nicht mag ist Wind oder besser gesagt Luftzüge. Kommt man in des Copters eigenen Rotorwind oder „Wind“ durch ein offenes Fenster, muß flott gesteuert werden. Es ist nicht so, daß der Easy Copter dann unkontrollierbar ist, aber man merkt eben schon, daß es sich um ein nur 228 g schweres Fluggerät handelt.
 

 

 
Landen im Regal (schön wär's)


Klappbare Rotorenblätter
 
     

Auf die Kammera zu



Speedflug :-)

 
  Nach einiger Zeit sind Hoovern, Speedflüge oder Landen in der Hand kein Problem und man kann sich seinen eigenen Hindernis- Parcour abstecken und die Zeit messen wie lange man braucht um diesen zu überwinden. Dank, daß da der Easy Copter mit unterschiedlichen Bändern ausgeliefert wird, kann man auch zu zweit in den Wettbewerb treten.

Beim Hoovern gab es noch ein kleines Problem, auf welches ich hier eingehen möchte – die Rastfeder des Gasküppels. Obwohl die Rastung relativ fein ist, war es mir nicht möglich den Copter auf einer Höhe zu halten, entweder es war ein Rast zu viel oder zu wenig. Dies Problem war aber schnell gelöst, Sender aufgeschraubt und Rastfeder ausgebaut. Nun ist es kein Problem mehr beim Fliegen eine Zigarette anzuzünden ohne das der Easy Copter nach oben oder unten driftet.

Ich erspare mir hier zu schreiben wie ein Helikopter zu steuern ist, denn erstens hab ich ja selber erst mit dem Easy Copter gelernt und zweitens wird dies auch ausführlich in der Anleitung erläutert.

Ein Wort vielleicht noch zur Flugzeit. Da Natur bedingt diese Art von Helikoptern keine Abschaltung der Motoren bei Empfänger-Unterspannung haben, kann ich natürlich so lange fliegen bis eine, ich nenne es einmal - natürliche Abschaltung erfolgt, sprich man nicht mehr hoch kommt weil die Kraft nicht mehr langt. Dies sollte man aber nicht tun, denn dies bedeutet, daß die Akkus in den Tod getrieben werden durch ständige Unterspannung der Zellen. Man sollte daher ab und zu einen Blick zur Uhr riskieren und nach ca. 10 Minuten das Flugvergnügen abbrechen und den Akku lieber neu aufladen oder besser noch einen zweiten zur Hand haben, welcher auch nicht die Welt kostet.
 

     
Fazit:
 

Der Easy Copter V2 erweist sich als ein Spaß machendes Fluggerät. Er ist äußerst stabil im Flug sowohl indoor als auch outdoor bei wenig oder kein Wind und ist ein idealer Trainer für das Helikopter Fliegen.

Es benötigt nur wenig Vorbereitungszeit um fliegen zu können. Das Paket öffnen, die Mignon Zellen in den Sender den Flugakku laden und los, mal vom Trimmen abgesehen. Das Leistungspektrum ist groß genug fast alles mit ihm machen zu können und die Flugzeit mit ca. 10 Minuten kann auch begeistern.

Alle verwendeten Bauelemente sind von guter Qualität. Die Servos und die 4 in 1 Elektronik machten keine Probleme, wobei der Sender, obwohl er nur Grundlegend ist, alle erforderlichen Funktionen sehr gut erfüllt. Auch hatte ich keinerlei Reichweiten-Probleme, natürlich bei ausgerollter Antenne.

Alles in allem gab es keinerlei Anlaß für Kritik.

Vielleicht doch eine kleine Kritik, die aber für alle auf dem Markt befindlichen „Easy Copter und Konsorten“ gilt – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch hier gilt - ein wenig üben muß schon sein!

Technische Daten
. . .
Rotor-Durchmesser:
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340 mm
Länge:
.
360 mm
Gewicht:
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228 g
Antrieb:
.
2x 180er Motoren
Akku:
. 2x Zellen 800 mAh Li-Po
Servos:
. 2x 5 g Mikro Servos
Elektronik:
. 4 in 1 Board



 

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